2024
Die Philosophie unserer Trainings ist eine möglichst geringe Teilnehmeranzahl. Dadurch können wir nicht nur eine individuelle Betreuung gewährleisten, sondern auch der Lernerfolg der einzelnen Teilnehmer wird gesteigert. Bei diesem Training hatten wir aber mit einer überraschend hohen Ausfallsquote nach erfolgten Anmeldungen zu kämpfen. Selbst bei der Anreise erreichte uns noch eine Nachricht eines Teilnehmers, der wegen einer schweren Krankheit absagen musste. Mit nur mehr 3 Fahrzeugen ging es zum Workshop.
Das Wetter hatte es uns diesmal auch sehr schwer gemacht. Das Gewöhnen an die momentan herrschenden Sandbedingungen wurde zur harten Probe: der Sand war überall – in der Luft, in den Augen, Konturen waren bei diesen Bedingungen nur schwer erkennbar.
Wir hatten über unseren Freund Hedi – ein tunesischer Guide – spezielle Permits für den Süden Tunesiens für dieses Training organisiert. Aber es war wie verhext, die Serie der Ausfälle ging weiter. Wir erkundeten eine neue, schwierige und nicht befahrene Überquerung vom Cafe du Desert zum Camp Grand Erg Oriental (unser Basiscamp seit 2023). Dann blieb der Iveco Daily ohne Allrad im Camp zurück und sein Fahrer reparierte eine Woche unter ständigen Sandverwehungen das Getriebe.
Mit den 2 verbleibenden Fahrzeugen und unserem proMOG starteten wir eine verkürzte Tour in den Süden. Tag 2: der Hilux verabschiedete sich von seiner Kupplung. Wir hatten bis dahin schon einige Fahrzeuge ohne Allrad aus den Dünen gebracht – aber noch nie eines ohne Antrieb. Es wurde eine Zereißprobe im wahrsten Sinn des Wortes für unseren proMOG, da wir das Fahrzeug jeden Meter ziehen mussten. Aber wir brachten ihn zurück nach Douz, wo die Kupplung rasch und kostengünstig repariert werden konnte.
Durch den unerwarteten Zeitverlust konnte die Trainingstour nur mehr auf verkürzter Strecke durchgeführt werden. Und dann der letzte Anlauf, um in den Süden zu gelangen. Viel Zeit hatten wir nicht mehr, aber wir fanden genau die Verhältnisse vor, wie wir sie uns für dieses Training vorgestellt haben: Fahren durch unverspurte Dünenlandschaften, wodurch die Teilnehmer besonders die Orientierung und die Navigation unter diesen Bedingungen trainieren konnten. Da es in der Zwischenzeit aufgeklart hat, schlossen wir das Training nicht nur erfolgreich ab, wir verbrachten auch 3 wundervolle Tage in einer traumhaften Landschaft.
2025
Auch 2025 gab es 2 Trainings hintereinander: zunächst ein Basic Training, danach wieder ein Workshop.
Diesmal hat sich ein Teilnehmer unser Schulungsfahrzeug, einen Nissan Patrol, ausgeborgt und er ist sehr gut damit zurecht gekommen. Wiederum hat es im Herbst und Winter in der Sahara viel geregnet. Im Februar, normalerweise ein günstiger Monat für unsere Trainings, waren diesmal leider viele Leute unterwegs.
Auf speziellen Wunsch der Teilnehmer war einer unserer Zielpunkte seit langem wieder einmal der Lac Rochette. Durch den harten Sand und den vielen Verkehr haben sich aber auf den Standardrouten „Autobahnen“ gebildet und die Fahrt zum See war selbst für Einsteiger zu leicht.
Aber das Wetter hatte auch etwas Gutes: Bei der Rückfahrt fuhren wir über violett blühende, stark duftende Wiesen mitten zwischen den Dünen.
Beim Workshop haben wir mit den Teilnehmern eigene Routen geplant, die noch weitgehend unbekannt sind und durch schwieriges Gelände führen. Fixpunkte auf dieser Strecken waren: die Nordseite des Guer el Kleb, eine direkte Verbindung vom Guer Kleb zum großen D’Kanis und vom Tin Souane zurück nach Douz. Wie bei einem Tiefschneehang zogen wir unsere eigenen Spuren in den Sand.
Das Wetter war wunderschön und die duftenden, blühenden Wiesen bildeten ein wahres Blumenmeer mitten in der Wüste – selbst unsere einheimischen Freunde, können sich nicht daran erinnern, so etwas schon einmal gesehen zu haben.
Projekt: Bir Gif el Boum
Wer nach Tunesien in die Wüste fährt, kommt an ihm nicht vorbei: den Bir Gif el Boum. Ein Brunnenhäuschen von einem seit langer Zeit ausgetrockneten Brunnen. An den bröckeligen Mauern nagt der Zahn der Zeit. Jeder der vorbei kommt, glaubt, sich an seinen Wänden verewigen zu müssen.
4 Personen, 2 Tage Zeit – ein Idee!
Fortsetzung folgt…..
