2015
… gab es das erste Mal Schwierigkeiten beim Buchen der CTN-Fähre. Auf den diversen Plattformen wurde nur die GNV angezeigt, Reisebüros winkten generell ab. Also blieb uns nichts anderes übring, als mit der italienischen GNV zu fahren.
Wir waren nicht begeistert: weder vom Essen, noch von der „Freundlichkeit“ des Schiffspersonal. Auf dem italienischen Schiff konnte man natürlich auch keine Einreiseformalitäten für Tunesien erledigen, so mussten wir alle notwendigen Schalter am Hafen abklappern, was damals noch recht mühsam und langwierig ablief.
2015 war so der Übergang von reiner Papierkarte, einfachen GPS Geräten zu unserem GPS Gerät auf Android Basis. Während die einen mit der Bedienung generell zu kämpfen hatten, planten die anderen schon eifrig die Route. Die gesamte Gruppe unter einen Hut zu bringen, war sehr schwierig – denn jeder sollte ja wissen, wo wir fahren wollten. Bei der Tour fahren wir als Betreuer nur hinterher, die Gruppe muß selbständig scouten und navigieren.
Sie haben dann letztendlich gemeinsam eine relative schwierige Variante zum See geplant. Schwierig war die Route auch deshalb, da die Bedingungen nicht einfach waren. Der Sand war sehr weich, und bei manchen Auffahrten konnten sie die gelernten Tricks aus dem Training einsetzen, wie beispielsweise die „Blechstraße“ (die heutzutage ja eine GFK-Straße ist)
Der Nissan Navara hatte einen zu starken Motor für das leichte Fahrzeug und es braucht schon viel Übung, um den Gasfuß im Sand richtig zu dosieren. Das geringere Übel: Einsanden und Reifen von der Felge ziehen, das größere Übel: kaputtes vordere Antriebswelle.
Also mussten wir auch dieses Jahr ein Fahrzeug ohne Allrad aus den Dünen zurück nach Douz bringen. Zwar ein leichteres Fahrzeug als 2010 den 4to Sprinter (siehe Folge2), aber es passierte bei der Rückfahrt kurz nach Verlassen des Lac Rochette – wir hatten also eine viel längere Strecke zu bewältigen. Aber auch diesmal brachten wir das Fahrzeug ohne Folgeschäden wieder zurück nach Douz.
2017
…führen wir das Training mit unserem speziell ausgerüsteten Support Nissan Patrol durch.
Begleitet wurden wir von einer angehenden Psychologin, deren Bachelor Arbeit das Thema „Risikofaktor Mensch in Streßsituationen“ hatte – und das war auch die richtige Gruppe dafür! Sie war nicht homogen und das Training wurde von manchen Teilnehmern als geführte Tour mißverstanden.
Dazu kam noch eine ziemlich kritische Schräglage und 2 Reifen, die von der Felge gedrückt wurden.
Im weichen Sand fährt man ja mit weniger Reifendruck und Sand läßt sich nicht so leicht verdrängen. Eine enge Kurve, zu viel Gas – und schon ist der Vorderreifen von der Felge gedrückt. Keine große Sache, aber trotzdem kosten die Reparaturen viel Zeit.
Durch die Hektik noch einen Schlafplatz bei Tageslicht außerhalb der Dünen zu erreichen, folgt der Scout alten Spuren in einen kleinen Kessel, nicht in Falllinie den Abhang hinunter sondern am Abhang entlang, und so ist er in Kippgefahr geraten. Da er rechtzeitig stehen geblieben ist, keine weiteren Versuche unternommen hat (so wie er es im Training gelernt hat) konnte ein Umkippen gerade noch vermieden werden.
Ausführlicher Bericht von Mona & Wolfgang – 2 Teilnehmern: zum Bericht
2019
Zum ersten Mal hat ein LKW über 7,5 to an unserem Training teilgenommen, ebenfalls ein Mercedes Unimog.
Auch ein Ford Raptor mit enorm viel Power suchte den Sand. Die vielen PS waren in den Dünen extrem schwer zu kontrollieren und erfordern viel Feingefühl. Da unser Ausbildungsziel das schonende und sichere Bereisen von Wüstengebieten ist, sollten Sprünge über Dünen und hemmungsloses Eingraben im weichen Sand vermieden werden.
Nach dem Basistraining haben wir mit dem Fahrer entschieden, dass er nicht auf die Tour zum See mitfährt, um das Fahrzeug zu schonen – ebenfalls eine Premiere.
Die restliche Fahrt verlief diesmal entspannend, aber gegen etwas Gemütlichkeit ist ja nichts einzuwenden. Ein paar „Bauchflecks“ (Aufsitzen auf der Kuppe einer Düne) vom niedrigsten Fahrzeug, einem Mitsubishi L200 und ein kleiner Ast, der sich in die Flanke des Reifens bohrte, gehören zum Alltag und ließen uns nicht aus der Ruhe bringen.
2022
Dreimal mussten wir dieses Training aufgrund der Unsicherheiten bezüglich Fähre und Einreise wegen den Coronabestimmungen verschieben. Wir konnten erst Mitte März starten, viel zu spät für optimale Bedingungen. Es war heiß – kaum hatten wir die Wasserflaschen aus dem Tank aufgefüllt, waren sie auch schon wieder leer….
