20 Jahre Sandtraining – Folge 4

von | Dez. 7, 2025

20 Jahre Wüstentraining 2022

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2022

Dreimal mussten wir dieses Training verschieben. Aufgrund der ständig wechselnden Coronabestimmungen für Fähre und Einreise, war ein gesicherter Ablauf einfach nicht möglich. So konnten wir auch erst Mitte März starten, viel zu spät für optimale Bedingungen. Es war heiß – kaum hatten wir die Flaschen aus dem Wassertank aufgefüllt, waren sie auch schon wieder leer.

Der Sand war sehr weich, sodass wir die Fahrzeuge oft ausschaufeln mussten. Das kostete nicht nur immens viel Zeit, sondern erhöhte auch den Wasserverbrauch drastisch. Und dann der ewige Wind, der den feinen Sand in die Luft wirbelte, wodurch die Sicht extrem schlecht geworden ist. Konturen waren kaum erkennbar. Man sah keine kleinen Dünen, keine Kanten und keine Löcher. Man konnte am Sand nicht mehr erkennen, ob die Stelle weich oder hart sein würde. Dieser Umstand erhöhte die Gefahr des Einsandens – und wieder stieg der Wasserverbrauch und noch mehr Zeit ging verloren – ein Perpetuum Mobile. Aufgrund der richtigen Vorbereitung hatten wir genug Reserven unserer Ressourcen eingeplant und so wurde das Risiko minimiert.

Für unsere Teilnehmer am Basic-Kurs, viele waren zuvor noch nicht im der Wüste unterwegs gewesen, eine zusätzliche Herausforderung. Schlechte Sicht, keine Orientierung, für den schweren Sand braucht es viel Gefühl, dass sie ja erst aufbauen mussten. Es bedarf viel Unterstützung von Trainerseite, um ihnen aus dem Gefühl des Verlorenseins heraus zu helfen und ihnen die notwendige Sicherheit zu geben, damit dieses Training zum Erfolg wurde.

Ein gemütliches Zusammensitzen am abendlichen Lagerfeuer war kaum möglich. Notdürftig konnte man sich im Windschatten eines Busches zusammenkauern oder man packte die komplette Montur aus: Jacke – Kapuze – Sandbrille!

20 Jahre Wüstentraining 2022
20 Jahre Wüstentraining 2022
20 Jahre Wüstentraining 2022
20 Jahre Wüstentraining 2022
20 Jahre Wüstentraining 2022
20 Jahre Wüstentraining 2022

2023

Dieses Mal hielten wir 2 Trainings hintereinander ab – dh für uns 4 Wochen Wüste. In der ersten Gruppe – ein Mercedes Unimog und ein HZJ 78. Beide waren schon bei uns auf einem Wüstentraining, somit war diese Tour ein Workshop (Advanced-Training).

In den 2 Tagen Training – gewöhnen ans Sandfahren, Kennenlernen der momentan herrschenden Sand- & Windbedingungen war es noch ein wenig bewölkt, aber windstill. Dann klarte es auf – strahlender Sonnenschein, blitzblauer Himmel und extrem gute Sandbedingungen. Trotzdem kam es während der Tour zu einer gefährlichen Schieflage des Unimogs.

Eine typische Situation in Tunesien, auch einer der Gründe, warum wir dort unsere Trainings abhalten. Man fährt eine harmlose Düne hinauf. Auf der linken Seite ist der Sand ein wenig aufgerissen und tiefer. Man wählt daher eine Spur etwas weiter rechts, und dann, oben am Kamm,  fällt eine Querdüne nach rechts hinunter.

Zum Glück hat der Fahrer schnell und richtig reagiert, er ist sofort stehengeblieben und hat gewartet, bis das Fahrzeug gesichert war. Eine Weiterfahrt war aber nur mit Hilfe der Seilwinde unseres Unimogs möglich.

Zu guter Letzt hatten wir noch einen Reifenschaden am rechten Hinterrad des Unimogs. Kein Problem – sind ja Sprengringfelgen. So dachten wir. Es war schon mühsam genug, die 18 Radmuttern aufzuschrauben, aber danach begann die eigentliche Herausforderung: der Reifen war einfach nicht von der Felge zu bekommen. Letztendlich schafften wir es nur, indem unser proMOG über den Gummi gefahren ist.

20 Jahre Wüstentraining 2023
proventure_WorkshopWüste_LKW
20 Jahre Wüstentraining 2023

Das zweite Seminar war ein klassisches Basic Training, bei dem wir viele Situationen trotz der vielen Trainings davor, zum ersten Mal erlebten.

Unsere Teilnehmer mussten alleine mit der Fähre von Genua nach Tunis und von dort nach Douz gelangen. Beim 3-tägigen Grundlagen-Training sind wir zum ersten Mal einen ganzen Tag lang im Regen gestanden – danach haben wir auch die Regenbekleidung in die Checkliste für die Teilnehmer aufgenommen.

Der Sand war durch den vielen Regen entsprechend hart und einfach zu befahren. Wenn man aber zu viel Gas gegeben hat, dann klebte sich der Sand so richtig am Reifen fest.

Während der Tour waren die Wetterbedingungen wechselhaft und ein kühler Wind wehte uns um die Ohren. Am Abend genossen wir es sehr am Lagerfeuer zu sitzen und auch die Wüstenmäuse fühlten sich zwischen unseren Beinen so wohl, dass wir sie sogar streicheln konnten.

Die Wolken verzogen sich, die Luft war aber immer noch feucht. Am Morgen zogen Nebelschwaden über den Sand und bescherten uns eine ganz besondere Stimmung in der Wüste.

Und wer schon einmal in der Wüste war, kennt die vielen trockenen, blattlosen Sträucher, die leblos aussehen. Wir legen viel Wert darauf unseren Teilnehmern klar zu machen, diese Büsche nicht für das abendliche Lagerfeuer auszureissen. Und diesmal haben sie es selbst gesehen – denn nach soviel Regen blühen diese totgeglaubten Sträucher wieder auf.

Ausführlicher Bericht

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20 Jahre Wüstentraining 2023
20 Jahre Wüstentraining 2023
20 Jahre Wüstentraining 2023
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20 Jahre Wüstentraining 2023
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2024

Mit Hilfe unseres Freundes Hedi – ein tunesischer Guide – konnten wir für unser Advanced Workshop ein spezielles Permit für das Sperrgebiet im Süden Tunesiens bekommen. Dieses Mal plagte uns eine Reihe von Ausfällen und Defekten. Mitten in den Dünen verlor der Iveco Daily seinen Allradantrieb. Im Camp versuchte sein Fahrer unter ständigen Sandverwehungen das Getriebe zu reparieren….

zur Folge 5

proventure_praxisausfahrt_tunesien_24

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