20 Jahre Wüstentraining – Highlights
Die Wüste hat nur eine goldene Stunde zu vergeben und wer das Glück hat, sie zu erleben, den läßt die Wüste nicht mehr los.
Bei uns ist es 1990 bei unserer ersten privaten Reise nach Algerien passiert und seit dem sind wir der Wüste verfallen.
Aber auch in den letzten 20 Jahren, in denen wir die Trainings in Tunesien abhalten, hatten wir viele schöne, beeindruckende, anstrengende und herausfordernde Momente.
Wir sehen aber auch die Entwicklung, die durch den Tourismus in Tunesien vorangetrieben wurde. Zwar eine gute Einnahmequelle für die Bevölkerung, aber der Lebensraum Wüste wird dadurch immer mehr zerstört.
Projekt Bir Gif el Boum
Wer nach Tunesien in die Wüste fährt, wird den Brunnen Bir Gif el Boum kennen.
Ein Brunnenhäuschen von einem seit langer Zeit ausgetrockneten Brunnen. An den bröckeligen Mauern nagt der Zahn der Zeit.
Jeder der vorbei kommt, glaubt, sich an seinen Wänden verewigen zu müssen.
Uns liegt die Wüste auch privat sehr am Herzen. Als wir einmal ein paar Tage Zeit hatten, haben Mona & Wolfgang, Klaudia & Andreas die Idee geboren den Brunnen zu sanieren.
Farbe und Farbroller eingekauft, ins Arbeitsgewand geworfen und schon geht es ans ausmalen.
Als die Farbe langsam dem Ende zugeht, geht es in sehr flotter Fahrt nach Douz, Farbhändker suchen und mit vollem Farbtopf wieder zurück zum Bir Gif el Boum – Dauer 3 Stunden!
In der Zwischenzeit hat Wolfgang den Ofen saniert und die Steine am äußeren Rand erneuert.
Der letzte Anstrich und nach 1 1/2 Tagen Arbeit waren wir alle stolz auf das Ergebnis.
Wie zu erwarten, hat es nicht allzu lange gedauert und die ersten Touris haben sich wieder an den Wänden verewigen müssen!
Lac Rochette …
der rote See, bei den Touristen auch als „verlorener See (?)“ bekannt.
2006 war der Weg dort hin noch weitgehend unbekannt. Zu dieser Zeit gab es noch keine Guides an jeder Ecke von Douz, die „Abenteurer“ dorthin führten.
Achmed, unser Freund und Betreiber des Cafe „La Porte du Desert“, zeichnete uns damals den Weg in den Sand und nach 3 Tagen erreichten wir tatsächlich alleine den See.
Nomaden füllten ihre Wassersäcke mit den leicht schwefelhaltigen Wasser für ihre Tiere an. Wir saßen alleine im Wasser direkt an der Quelle, das Wasser verteilte sich unkanalisiert auf viele kleine Becken, warm in der Nähe der Quelle, kalt an den Rändern.
2011 dann das erste Cafe – eine Strohhütte mit ein paar Hockern und einer improvisierten Bank aus Holzstämmen und Brettern.
Heute:
4 Cafes, ein Kanal vom Wasserbecken zu den äußeren Bereichen. Schön für die Oase, die ist natürlich wesentlich grüner.
Die Schattenseite:
Jede Menge Leute, die sich mit Shampoo im Becken die Haare waschen, viel Mist in den Büschen und Nomaden sieht man keine mehr.
Und das Ergebnis:
Zu Silvester ca. 100 Fahrzeuge und Party in der Wüste!
Brunnen Guer el Mida
Der Brunnen in der Nähe des Guer el Mida war immer schon ein wichtiger Versorgungspunkt auf der Route der Nomaden von Ägypten bis Algerien. 2006 haben wir ihn als ein Loch im Boden begrenzt durch einen Steinring gefunden. Ein provisorischer Deckel hat das Brunnenwasser notdürftig vor dem Sand geschützt.
Nomaden holen das Wasser aus den Tiefen mit Hilfe ihrer Kamele empor, wir haben dazu unsere elektrische Pumpe mit einem langen Schlauch verwendet, um unsere Wasservorräte aufzufüllen.
Durch von Organisationen geförderte Wasserprojekte in Tunesien unterstützt, wurde mittlerweile ein großer Brunnen errichtet, schön gemauert mit einer soliden Abdeckung, um die Versandung zu verhindern.
An einer Seilrolle hängt ein Kanister, mit dem man das Wasser bequem aus dem Brunnen holen kann. Durch dieses Projekt ist der Brunnen für die Nomaden noch wichtiger geworden. Die angeschlossene Steinwanne bietet zuaätzlich die Möglichkeit, ihre Tiere direkt zu tränken und so schlagen sie oft für mehrere Tage hier ihr Lager auf.
Camps
Solche Camps, die heute wie Schwammerln in Tunesien aus dem Boden schießen, hat es 2006 noch nicht gegeben.
Für unsere Trainings haben wir für den ersten Teil immer einen Stützpunkt am Rande der Wüste gebucht, um von dort, die Basics des Sandfahrens zu trainieren.
Unser erster Stützpunkt war lange Zeit das Cafe „La Porte du Desert“, ca. 30 km südlich von Douz.
Wer schon 2006 und früher in Tunesien unterwegs war, kennt dieses Cafe am Rande der Sahara und hat mit seinem Besitzer, Achmed, einen Tee getrunken.
Er und später auch sein Sohn Thamer haben uns und unsere Teilnehmer immer gut versorgt.
Die Teilnehmer erhielten Frühstück und Nachtmahlessen, um sich voll auf die neuen Erfahrungen konzentrieren zu können.
Das Cafe war einfach, ein kleiner, wind- und sandgeschützter Platz für unsere Fahrzeuge und Zelte, aber das Essen hervorragend und reichlich.
Achmed, der uns die erste Route zum Lac Rochette in den Sand gezeichnet hat und sein Sohn Thamer sind mittlerweile sehr gute Freunde geworden.
Seit 2010 haben wir den Aufbau vom Camp Grand Erg Oriental durch 3 Brüder von einer der einflußreichsten Familien in Douz verfolgt.
Am Beginn war es nur ein Lehmhaus und ein Beduinenzelt.
Dann bauten sie einen Brunnen, der ebenfalls Teil des Wasserprojektes zur Unterstützung der Nomaden ist. Ein riesiger Wasserspeicher dient zur Versorgung der Tiere.
Der Brunnen ermöglichte aber auch den weiteren Ausbau des Camps mit Toiletten und Duschen (Warmwasser).
Nach wie vor bildet das Beduinenzelt mit einer Feuerstelle das Zentrum des Camps für ein gemütliches Zusammensitzen am Abend. Dieses Camp ist definitiv kein „Partycamp“, sondern eine stille Oase in der Wüste.
Hedi, ein Guide der ersten Stunde, bereits mit 14 begleitete er Wissenschaftler und Organisatoren von Ralley Raids, ist nicht nur ein begnadeter Koch, sondern versucht mit viel Hingabe Pflanzen im Camp zu ziehen. 2025 gab es schon kleine Olivenbäume, aber es sollen auch noch Gemüsepflanzen folgen. Wir sind schon gespannt.
Majid, Hedi’s Bruder, der ebenfalls das Camp betreut, hat sich am Hauptplatz von Douz ein Cafe errichtet und ist für uns eine wichtige Ansprechperson für alle organisatorische Belange. Wenn wir etwas brauchen, er organisiert es uns. Auch wenn es einmal Schals und Shemag für unser Geschäft sein sollten.
Thamer, Hedi und Majid sind für uns immer eine wichtige Hilfe.
Ob es sich für eine Strecke mit Führerpflicht handelt, vor allem wenn uns unsere Trainingsrouten weiter in den Süden in die Sperrgebiete führen, oder um die richtige Werkstatt, wenn ein Teimnehmer seine Kupplung „abfackelt“ oder einen Reifenschuster für LKW Reifen, der innerhalb einer Stunde die Reifenflanke repariert, um nur einiges zu nennen.
Wir sind besonder stolz darauf, dass die beiden wahrscheinlich erfahrensten Guides im Raum Douz, Thamer & Hedi sich auch die Zeit nehmen, uns auf unsere Spezialtour 2026 „20 Jahre Sahara Offroad Training“ zu begleiten!
Tunesien 2026
Jetzt ist es bald soweit, am 31. Jänner 2026 legt die Fähre von Genua ab und wie schon unzählige Male davor betreten wir wieder einmal den Hafen von Tunis.
Unsere „Spezialtour 2026″ kann beginnen.
… denn wir haben uns den Virus Wüste schon 1990 eingefangen und er hat uns seitdem nicht mehr losgelassen.
Ein Bericht der Tour folgt im März und eine Spezial Multi-Media-Show im Rahmen der „Adventure Allrad Austria“ in Tulln vom 19.-21. Juni 2026.
Klaudia & Andreas
